Preisträger 2015: Andreas von Ow

* 1981 in Freiburg / Lebt und arbeitet in Berlin
2006 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Günter Umberg,
Andreas Karl Schulze, Gastprof. Rainer Splitt und Prof. Tatjana Doll
2011/2012 Meisterschüler bei Prof. Tatjana Doll

 

Die Begründung der Jury:
Das Malerische ist Konzept, spielerisch und zugleich äußerst konsequent: Malerei als sichtbarer Prozess und Ergebnis kumulativer Verdichtung von Farbschichtungen – Bildentstehung als Teil konzeptuell angelegter Kunstprojekte und installativer Versuchsanordnungen. All das auf Papier, als Video oder objekthaft im Raum. Diese dezidierte Auswahl und Kombinationen künstlerischer Techniken, Materialien, Strategien, kunsthistorischer Zitate verbinden sich bei Andreas von Ow zu einem umfassenden System, in dem er seine eigene Malerei, das Medium selbst und dessen Produktionsabläufe stets kritisch hinterfragt. Die Stringenz dieser komplexen künstlerischen Arbeitsweise kombiniert mit der ironischen Leichtigkeit unerwarteter Wendungen und Wandlungen überzeugte die Jury in besonderem Maße.

Exemplarisch für diese spezifische Denk- und Arbeitsweise steht Andreas von Ows Umgang mit Farbe. Sie kommt bei ihm nicht aus der Tube, sondern wird aus alltäglichen Dingen heraus gelöst – aus gesammelten Beeren, selbst gekochter Kürbissuppe, aufgesaugtem Staub aus einer Bibliothek oder geschmolzenem Schnee. Er transformiert das Farbmaterial aus dem ortsbezogenen Kontext in eine Kunstwelt, in der das Wissen über diesen Übertragungsvorgang zum sinnstiftenden Teil der künstlerischen Idee wird, zugleich aber auch unentschlüsselt in seiner rein ästhetischen Qualität wahrgenommen werden kann. Hinweise auf die Klärung von Entstehungszusammenhängen oder zu konzeptuellen Fragen seiner Gesamtkunstwerke bleiben für die Betrachter am Ende immer überraschend.

Die Jury: Albert Baumgarten, Galerist – Caroline Käding, Direktorin Kunstverein Freiburg – Thomas Kitzinger, Künstler – Achim Könneke, Leiter des Kulturamts der Stadt Freiburg – Dr. Christoph Schneider, Verlagsleitung artline Kunstmagazin – Dr. Larissa Van Look, Kunsthistorikerin

Die Preisverleihung fand am 31.10.2015 im E-Werk Freiburg statt.

Preisverleihung 31.10.2015